Claus liegt mit den weißen Steinen im Rennen deutlich hinten, ein Checker steht auf der Bar, und auch an seiner Frontposition findet Claus aktuell keine Freude.
Einzig der Anker auf der 4 verspricht die Chance, nicht gleich überrannt zu werden und das Spiel zu einem späteren Zeitpunkt noch drehen zu können.
Reicht das aus, um den Würfel annehmen zu können?
Claus nimmt nach einiger Überlegung den Würfel an.
Versuchen wir zu analysieren, was ihn dazu bewogen haben könnte:
Der Anker auf dem Viererpunkt ist ein solider Anker und verhindert zunächst, direkt K.O. zu gehen. Zudem besteht die Chance, einen zweiten Anker auf dem 2er-Punkt zu etablieren.
Armin hat bereits den 1er-Punkt gemacht und ist daher in seinen möglichen Spielplänen begrenzt; unter anderem ist ein Priming-Game nicht mehr einfach möglich.
Armin hat aktuell noch nicht viele Steine in unmittelbarer Angriffsreichweite. Neue Punkte im Homeboard macht er unmittelbar nur mit 6-3, 6-6, 4-4 und 3-3.
Das Timing von Claus ist gut. Sollte es ihm gelingen, ein Backgame zu etablieren, hat er gute Chancen, ins Spiel zurückzukommen. Wenn er dann die Oberhand gewinnt, wird es viele gute Möglichkeiten für ein Redoppel geben.
Es gibt jedoch durchaus Argumente, die gegen eine Annahme sprechen:
Ein Stein ist bereits auf der Bar. Ein weiterer Stein ist mit direktem Schuss (jede 3 und 2-1) bedroht.
Die Frontposition von Weiß ist harmlos; Schwarz kann ohne großes Risiko voll auf Angriff gehen.
Der zweite Anker ist noch nicht etabliert. Bei einem Blitz wird Armin nicht zögern, auch den Stein auf der Zwei auf die Bar zu setzen.
Fazit: Es besteht das Risiko, in wenigen Spielzügen mit drei Steinen auf der Bar zu stehen, bevor man überhaupt reagieren kann.
Die Analyse sagt dann klar: Double/Pass.
Man sieht, dass Weiß tatsächlich Gegenspiel hat. Der Anker auf der Vier und die eingeschränkten Spielpläne von Schwarz reichen aus, um Claus etwa ein Drittel aller Spiele gewinnen zu lassen.
Allerdings schützt der starke Anker auf der 4 in diesem Fall nicht vor den vielen Gammons. Zu oft wird Schwarz bereits zu weit vorgerückt sein, während Weiß noch Steine auf der Bar oder auf dem Anker hat.
Wenn Weiß dann ins Spiel kommt, verliert er weiter Zeit bis seine Frontposition gefährlich genug ist. Hier wird Weiß, um das Spiel zu gewinnen, erneut Risiken eingehen müssen, die die Gammonrate weiter erhöhen.
Am Ende gewinnt Schwarz dann 40 % der Spiele mit Gammon. Das ist natürlich klar zu viel, um den Würfel annehmen zu können.
Fazit: Auch ein guter Anker ist kein Garant dafür, Gammons zu minimieren, wenn man zu viele Steine hinten hat und keine starke Frontposition besitzt.
Nehmen wir unsere Überlegungen von vorhin und überprüfen unsere Theorie:
Stärkere Frontposition für Weiß:
Wir geben Weiß ein Drei-Punkte-Board, indem wir zwei Steine von der 6 auf die 4 schieben. Weiß gewinnt 4 % mehr Spiele und verliert 4 % weniger Gammons. Immer noch ein Doppel, aber ein klares Take.
Wir decken den weißen Blot auf der 8:
Wenn wir einen Stein von der 6 auf die 8 schieben und den Blot decken, reduzieren wir die Gammonrate um 7 %. Gleichzeitig gewinnt Weiß wieder 4 % mehr Spiele. → Double/Take.
Wir schieben den weißen Blot von der 8 auf die 6:
Selbst diese minimale Änderung reicht aus, um den Würfel noch nehmen zu können. Weiß gewinnt jetzt nicht mehr Spiele als vorher, aber weil der Blot nicht mehr da ist, hat Schwarz 10 % weniger Gammons!
