Claus hat gegen Peter bereits einen ordentlichen Vorsprung von 4:0 erreicht. Im Crawford-Spiel stellt sich für ihn als Angreifer die Frage, wie viel Sicherheit wert ist …

Claus hat mit seiner 6-3 die Wahl zwischen einem sicheren Spiel, das keinen Schuss zulässt, und zwei Varianten, die versuchen, Peters Blot auf der 4 zu eliminieren.

Schauen wir uns die drei Möglichkeiten, die sich aufdrängen, genauer an.

13/7 6/3

Die sichere Variante – von Claus nach langem Überlegen gewählt.

Vorteil: Claus braucht nur noch einen Punkt. Gammons sind ihm egal; er möchte einfach so wenig Schüsse wie möglich für Peter zulassen, die aufgrund von Peters starkem Board tödlich sein können.

Nachteil: Der Zug ist „hässlich“. Die verbleibende Struktur ist für Weiß unflexibel. Wenn Peter mit einem seiner Checker entkommt, kann er sein Board halten und Claus noch eine Menge Ärger bereiten.

13/4

Der Favorit des Autors dieser Zeilen:

Eine progressive Variante, die den schwarzen Blot vom 4er-Punkt auf die Bar setzt, dabei aber die blockierende Struktur von Weiß aufrechterhält.

Vorteil: Wenn Peter tanzt oder auf dem 1er-Punkt einspielt, hat Claus in den nächsten Würfen gute Chancen, den 4er-Punkt zu machen, und damit sowohl besser einspielen zu können als auch die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass Peter seinen 5er-Punkt-Anker aufgeben muss (z. B. mit 6/3, 6/4 oder 5/3 in den nachfolgenden Würfen).

Nachteil: Man lässt einen Schuss. 13 Würfe (jede 4 oder 1-3) treffen und geben Peter gute Chancen, das Spiel zu gewinnen, falls Claus scheitert, mit einer 6 unmittelbar wieder einzuspielen.

10/4 7/4

Angriff pur – jetzt oder nie!

Vorteil: Man macht den 4er-Punkt. Peter hat nur neun Schüsse auf die Blots im Außenfeld, und wenn Peter tanzt, hat man gute Chancen, auch noch den 1er zu eliminieren und sich damit fast aller Sorgen zu entledigen.

Nachteil: Weiß stellt drei Blots und gibt seine blockierende Struktur auf. Schwarz hat zwar weniger Treffer als bei Variante 2 (9 statt 13), aber die Treffer sind für Weiß deutlich teurer, da Schwarz unmittelbar noch mehr Steine auf die Bar setzen kann und praktisch kein Risiko mehr hat, an der blockierenden Struktur hängen zu bleiben.

Was sagt die Analyse?

Claus hat mit 13/7 6/3 die richtige Wahl getroffen: Sicherheit hat hier die größte Bedeutung.

Nur wenig schlechter, aber dennoch ein Fehler, ist der Hit auf der 4 bei Erhalt der Struktur.

Ein großer Blunder dagegen ist es, den 4er-Punkt zu machen. Das zeigt im Vergleich zu den anderen beiden Varianten, dass der Erhalt der Struktur im Außenfeld genauso wichtig ist wie die unmittelbare Sicherheit.

Die Blockade im Außenfeld erfüllt hier zwei Aufgaben:

  1. Falls man doch getroffen wird, hat man größere Chancen, über den offenen 6er-Punkt ins Spiel zu kommen.

  2. Die Blockade generiert einige Würfe für Peter, die ihn sein Board crunchen lassen oder ihn zwingen, den lebenswichtigen 5er-Punkt aufzulösen.